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Wo sind denn all die Worte hin. Da war doch noch so viel und so viel was nicht still sein wollte. So laut dass ich auf keiner Busfahrt, selbst mit Musik auf voller Lautstärke, es geschafft hätte die Wörter zu bändigen. Diese endlosen Sätze, wo am wenigsten ich selbst sagen konnte wann sie aufhören werden. Diese Anaphern und Metaphern die jeder Deutschrapper besser hinkriegen würde. Dieses andeuten und ausbeuten von Zweifeln und Glücksmomenten.
Zweifeln im glücklich sein, dass klappt auch hier ganz gut, auf der Insel der Streuner. Nur die Worte fehlen mir. Hab alles versucht. Jeden Tag Café getrunken bis ich nur noch schwarze Brühe pinkeln konnte. Doch auch beim schreiben kommt nur mist heraus. Jeden Tag aufs Meer gestarrt bis auch die Wellen die Geduld verloren und mich vor Wut schäumend davon jagten.
Zurück geblieben ist nichtmal ein Satz.
Stundenlang auf Busse gewartet, an namenlosen Haltestellen, nur um zehn Minuten Bus zu fahren und eine leere Notiz in der Hand zu tragen. 

 

final call for passengers booked on flight CM 465 to San Juan

 
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Eigentlich hätte es doch leichter seien sollen, hier in Costa Rica, wo alle vom Paradies sprechen. Eigentlich hätte es doch mal anders werden können an diesen Orten wo Pura Vida auf jedem Schild steht. Und eigentlich dachte ich, ich hätte dieses mal alles besser gemacht. Und vielleicht liegt es ja auch nur an der Melancholie die Busfahrten im Regen und Flughäfen um Mitternacht so mit sich bringen, aber jetzt wo es mal wieder Zeit ist alles zurückzulassen frag ich mich schon ob ich nicht doch wieder alles missverstanden habe und vielleicht doch wieder mehr Fragen mitnehme als Antworten. 

Vielleicht hätte ich einfach in deinem Käfig bleiben sollen und vielleicht hätte ich ihn gern gegen meinen getauscht und vielleicht waren drei Kaffee zwei zu viel und vielleicht bin ich Costa Rica für genau diese Momente am meisten dankbar. Solche in denen ich mal wieder vergessen hatte, dass ich eigentlich keine sechzehn mehr bin und eigentlich doch alles für mich behalt. Wenn ich wieder einmal nach Worten suchen musste, die ich doch sonst niemals brauch und gar nicht anders konnte als zu staunen und zu schreiben, es tut mir leid zu murmeln und leise Danke zu sagen. Denn eigentlich, eigentlich, war es an den meisten Tagen doch ganz leicht und sogar ein kleines bisschen Paradies. 

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