Carlisa VI: Congo

 
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Bei all der Schwere die dich umgibt, war es der schönste Anblick zu sehen wie du hoch oben zwischen den Balken in der Sonne badest und trotz all der Dunkelheit in deinem Leben, es genießt wie die warmen Strahlen deinen Bauch streicheln. 
So wie du auf den Rücken lagst, alle Gliedmaßen von dir gestreckt konnte man meinen du würdest am liebsten das Licht eines ganzen Tages in dir behalten. Aufbewahren, für die kalten Tage, die es in Costa Rica doch eigentlich gar nicht geben dürfte. Für diese dunklen Tage an denen dich die Stille wieder zu erdrücken scheint, weil man dir deine Stimme gewaltsam genommen hat. Für diese einsame Zeit wenn die Schatten der Vergangenheit sich über deine Seele legen und du die Arme ganz fest um deinen kleinen Körper schlingst, im verzweifelten Versuch die letzten Sonnenstrahlen zwischen den feinen Härchen zu behalten.
Doch bevor dein Blick wieder ins Leere wandert und du in deinem Labyrinth der Traurigkeit verschwindest, hebst du manchmal noch für einen Augenblick fragend den Kopf und man kann man es deutlich sehen: Hinter diesen schwarzen Augen bewahrst du dir immer noch ein zartes Licht. 

 
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